Es sind diese Momente, in denen sich jahrelanges Training bezahlt macht: die Matte, die Stille im Publikum, der letzte Griff, die finale Drehung. Bei der 16. Offenen Europäische Meisterschaft der International Hap Ki Do Cooperation (IHC) Anfang Juni in Aachen gehörten diese Momente zweimal Denis Freudenberg. Der Athlet des Samurai Burgdorf, der dort Karate und Jiu-Jitsu trainiert, trat in der Halle an der Neuköllner Straße in drei Disziplinen an – und verließ die Matte zweimal als Medaillengewinner: Europameister in der waffenlosen Form, Vizeeuropameister in der allgemeinen Waffenform.

Bemerkenswert daran: Bei der vorherigen EM in Wittenberg war es genau umgekehrt. Damals wurde Denis in der waffenlosen Form Zweiter und in der allgemeinen Waffenform Europameister. Seinen Titel mit der Waffe konnte er also nicht verteidigen, dafür setzte er sich diesmal gegen die Konkurrenz aus ganz Europa durch, wenn auch ohne Waffe. Die Platzierungen haben sich getauscht, das Anspruchsniveau nicht.

Besonders eindrucksvoll ist diese Doppelleistung, weil Denis kein reiner Hapkido-Sportler ist. Seine Grundlagen hat er im Karate und Jiu-Jitsu gelegt – ein Umstand, der für sich spricht, wenn man bedenkt, wie spezifisch die Anforderungen einer EM-Form sind: Präzision, Timing, Körperbeherrschung und die Fähigkeit, vor einem Preisgericht aus drei bis sieben Kampfrichtern eine komplexe Choreografie fehlerfrei und mit Ausstrahlung zu zeigen.

Mit von der Partie war auch Bernd Fricke, ebenfalls vom Samurai Burgdorf. Er ging in der Langstockform und in der waffenlosen Form an den Start und belegte in beiden Kategorien den achten Platz. Ein respektables Ergebnis auf einem Turnier, bei dem die europäische Spitze des Hapkido zusammenkommt. Bernd trainiert im Karate und im Kobudo, der traditionellen japanischen Waffenkunst mit Bo, Sai, Tonfa sowie weiteren Waffen und damit genau in jenen Disziplinen, in denen Langstock und Waffenform zu Hause sind.

Dass gleich zwei Athleten aus Burgdorf bei einer Europameisterschaft dieser Größenordnung mitreden konnten, ist kein Zufall. Der Samurai Burgdorf hat sich über Jahre ein breites Ausbildungsprogramm aufgebaut, das weit über eine einzelne Kampfkunst hinausgeht: Karate, Jiu-Jitsu, Kobudo, Capoeira, Krav Maga und Frauen-Selbstverteidigung stehen ebenso im Angebot wie Gesundheitskurse von Qigong über Tai-Chi bis Yoga.

Genau diese Vielseitigkeit machte den Unterschied in Aachen. Denis brachte die Präzision des Karate mit auf die Hapkido-Matte, Bernd die Waffenroutine aus dem Kobudo-Training. Wer also nicht nur eine Technik lernt, sondern ein Fundament in mehreren Kampfkünsten legt, dem stehen auf Turnieren dieser Art plötzlich mehrere Türen offen.

Der Verein versteht sich dabei ausdrücklich nicht als reiner Leistungsstützpunkt: Anfänger sind genauso willkommen wie Wettkampfsportler und Interessierte können probeweise am Training teilnehmen, bevor sie sich entscheiden. Die EM-Erfolge von Denis und Bernd zeigen dennoch, wohin die Reise gehen kann.

Interessierte Kinder und Erwachsene können das Training jederzeit unverbindlich ausprobieren: Ein kostenloses Probetraining ist ohne Anmeldung möglich. Weitere Informationen gibt es auf www.samurai-burgdorf.de.